Wenn die Leber stöhnt… die Mariendistel als pflanzlicher Helfer

Neujahrszeit, Feierzeit – gerade während der Weihnachtszeit und zu Beginn des neuen Jahres wird gerne und oft gefeiert. Bei vielen Menschen bedeutet das auch, dass man kurzfristig auf die guten Vorsätze vergisst und sich Dinge erlaubt, die der Gesundheit nicht gerade förderlich sind. Gerade die Leber ist während dieser Zeit sehr hohen Belastungen ausgesetzt.

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Frei von der Leber weg – was macht sie eigentlich?

Die Leber ist mit ca. 1,4 bis 1,8 kg das zentrale Stoffwechselorgan des Menschen und gleichzeitig die größte Drüse in unserem Körper. Die Größe des Organs gibt einen Hinweis darauf, welche Vielfalt an Aufgaben von der Leber erfüllt wird.

Fast alle Nährstoffe, die durch den Verdauungstrakt aufgenommen werden, gelangen zuerst über die Pfortader in die Leber und werden von dieser verwertet. Daneben kümmert sich die Leber auch um die Gallenbildung, die Produktion von lebenswichtigen Proteinen und Abwehrstoffen sowie die Speicherung von Vitaminen, Glucose, Fett und weiteren Stoffwechselprodukten.

Gleichzeitig ist die Leber auch die Entgiftungszentrale unseres Körpers. Schädliche Stoffe werden von der Leber abgebaut oder zu Substanzen umgewandelt, die problemlos mit dem Urin ausgeschieden werden können. Beispielsweise ist die Leber verantwortlich für die Ammoniakentgiftung: Ammoniak entsteht, wenn Aminosäuren vom Körper abgebaut werden. Die Leber sorgt dafür, dass das Ammoniak zu Harnstoff umgewandelt wird, welches anschließend über den Urin ausgeschieden wird.

Belastungen für die Leber – Alkohol, Essen, Medikamente, Krankheiten

Auch der Alkohol wird fast ausschließlich über die Leber abgebaut. Nur etwa 10 % des aufgenommenen Alkohols werden unverändert über Nieren, Lungen und Haut ausgeschieden. Gerade zu Neujahr kann es daher passieren, dass die Leber kurzfristig mit höheren Mengen an Alkohol konfrontiert wird als sie abbauen kann.

Da Alkohol (chemisch: Ethanol) ein Zellgift ist, wird er schnellstmöglich von der Leber zu Acetaldehyd und anschließend zu Essigsäure umgewandelt. Wird das schädliche Acetaldehyd aufgrund der Menge an Alkohol nicht schnell genug umgewandelt, entsteht der bekannte „Kater“. Ein interessantes Detail dabei ist auch noch, dass die Schmerzrezeptoren in den Wänden der Blutgefäße gereizt werden – was bekannter Weise weh tut.

Nicht nur Alkohol kann der Leber stark zusetzen. Auch fettes Essen, Nikotin, Medikamente, Schadstoffe aus der Umwelt und Viren können sie belasten.

Leber Position Mariendistel
Die Leber ist die Entgiftungszentrale unseres Körpers – Leberschutz ist in Festzeiten besonders wichtig

Die Leber erneuert sich selbst – solange sie es schafft

Im Vergleich zu anderen Organen besitzt die Leber eine besonders ausgeprägte Fähigkeit zur Regeneration. Werden die Leberzellen durch Verletzungen oder Schadstoffe beschädigt, können sie wieder neu gebildet werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Auslöser für den Schaden entfernt und noch mehr als 50 % an funktionsfähigem Lebergewebe vorhanden ist. Bei Dauerbelastung können jedoch körperliche Beschwerden und eine eingeschränkte Leberfunktion auftreten.

Eine Schädigung der Leber ist nicht einfach nachzuweisen. Im Inneren der Leber befinden sich keine Nervenzellen, daher verspürt man nur selten Schmerzen bei Lebererkrankungen und Symptome werden für lange Zeit nicht erkannt. Leberbeschwerden äußern sich in erster Linie durch eine stark ausgeprägte Müdigkeit und eine Erhöhung der Leber-Enzymwerte im Blutserum. Bei erstem Verdacht auf einen Leberschaden sollte daher unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Volkskrankheit Fettleber

Eine der häufigsten und gleichzeitig bekanntesten Lebererkrankungen ist die Fettleber. Hierbei handelt es sich um eine Einlagerung von Fett (überwiegend in Form von Triglyceriden) in die Leber. Sie entsteht, wenn ein Ungleichgewicht im Energiestoffwechsel herrscht. Wenn mehr Energie durch die Nahrung zugeführt wird, als durch den Körper verbraucht wird (etwa durch Bewegung und Sport), dann wird die überschüssige Energie als Fett abgespeichert.

Alkohol ist ein häufiger Auslöser für Leberverfettungen. Aber auch genetische Faktoren und Ernährungsfehler spielen hier eine Rolle. In der Medizin wird zwischen zwei Formen unterschieden:

  • Alkoholische Fettleber (AFLD = Alcoholic fatty liver disease): Lebererkrankung, die durch Alkoholschädigung entsteht
  • Nichtalkoholische Fettleber (NAFLD = Non-alcoholic fatty liver disease): Lebererkrankung, die als Folge von Ernährungsfehlern entsteht.

Wichtige Verursacher der Nichtalkoholischen Fettleber sind zu hohe Energieaufnahme bei zu wenig Bewegung, Diabetes und erhöhte Blutfettwerte. Speziell Kohlenhydrate, wie der Haushaltszucker (Saccharose) und Fruchtzucker (Fructose) haben einen großen Einfluss auf die Leber. Viele Lebensmittel wie Müsli, Joghurt und Fertiggerichte werden mit Glucose-Fructose-Sirup gesüßt, der eine wesentlich höhere Süßkraft als der Haushaltszucker hat und in flüssiger Form einfacher zu verarbeiten ist. Allein der Verzehr dieser Nahrungsmittel führt zu einem  erhöhten Zuckerkonsum – ohne sich überhaupt eine Süßigkeit genehmigt zu haben.

Als erste Hinweise der Erkrankung gelten auch hier Müdigkeit und Abgeschlagenheit. In weiterer Folge kann es zu einer Fettleberentzündung (Steatohepatitis) und im Endstadium auch zu Leberzirrhose kommen.

Bei einer Leberzirrhose sterben Leberzellen aufgrund von chronischer Überforderung ab und werden durch ein nicht funktionsfähiges Narbengewebe (Bindegewebe) ersetzt. Diese Zellen können sich nicht mehr regenerieren. Die Leber schrumpft und ihre Oberfläche wird knotig und runzlig.

Mariendistel – rein pflanzliche Leberregeneration

Um die Funktion und Regeneration einer belasteten oder beschädigten Leber zu fördern, hat sich die Einnahme von Mariendistel bewährt.

Die Mariendistel (Silybum marianum) gilt als die Heilpflanze der Leber. Sie war bereits in der Antike bekannt und wird seit der Mitte des 18. Jahrhunderts bei Leberleiden eingesetzt. Arzneilich verwendet werden die getrockneten Früchte der Mariendistel. Früher wurde auch das Mariendistelkraut für Zubereitungen verwendet, jedoch konnte für das Kraut kein eindeutiger therapeutischer Nutzen festgestellt werden.

Mariendistel - Die Pflanze der Leberregeneration
Die Mariendistel – Prophylaxe für die Leberfunktion und Hilfe für die Leberregeneration

Silymarin – der Leberschutzfaktor

Verantwortlich für die positiven Eigenschaften der Mariendistel ist das Silymarin. Das Silymarin ist ein Naturstoffgemisch aus verschiedenen Flavonolignanen (Pflanzenstoffen):

Silibinin, Isosilibinin, Silychristin und Silydianin.

Mariendistelfrüchte enthalten von Natur aus zwischen 1,5 und 3 % Silymarin und im Durchschnitt 30 % fettes Öl.

Vielfältiges Wirkprofil der Mariendistel

In den letzten 40 Jahren wurde die Wirkung der Mariendistel in zahlreichen klinischen Studien untersucht und wissenschaftlich belegt. Der Wirkstoffkomplex Silymarin schützt die Leber vor Schadstoffen (antihepatotoxische Wirkung) und fördert ihre Regeneration.

Dieser Effekt entfaltet sich auf mehrfache Weise:

  • Stabilisierung der Leberzellen: Silymarin verändert die äußere Hülle (Zellmembran) der Leberzellen und erschwert damit Schadstoffen ein Eindringen in das Zellinnere.
  • Antioxidative Eigenschaften (Abfangen zellschädigender freier Radikale): Als zellschützendes Antioxidans reduziert Silymarin die Produktion von freien Radikalen und die Peroxidation von Lipiden (= zellschädigender Abbau von Fetten), die häufig durch Alkohol oder Medikamente verursacht werden.
  • Stimulierung der Leber-Regeneration: Silymarin steigert die Proteinbildung und stimuliert auf diese Weise die Neubildung von Leberzellen. Gleichzeitig wird die Reparatur von beschädigtem Lebergewebe gefördert.
  • Entzündungshemmung: Silymarin hat auch eine entzündungshemmende Komponente, die eine zusätzliche Leberschädigung durch Entzündungsfaktoren verhindert.

Es ist erwiesen, dass die Mariendistel genauso in der Vorbeugung wie auch in der therapeutischen Anwendung wirksam ist. Mariendistelfrüchte eignen sich somit auch optimal für Entgiftungskuren, etwa während des Fastens oder nach übermäßigem Genuss während der Feiertage. Empfehlenswert sind „Entgiftungskuren“ über mehrere Wochen bis Monate.

Anwendungsformen der Mariendistel

Als pflanzliches Arzneimittel werden Mariendistelextrakte mit standardisiertem Silymarin-Gehalt zur unterstützenden Behandlung von Leberbeschwerden und zur Verbesserung der Leberfunktion eingesetzt. Die empfohlene Dosierung beträgt im Durchschnitt zwischen 200 und 420 mg Silymarin pro Tag. Als optimal dosiertes pflanzliches Arzneimittel für die Leber eignet sich beispielsweise Dr. Böhm® Mariendistel 140 mg Kapseln 1 mit insgesamt 420 mg Silymarin pro Tagesdosis (verteilt auf 3 Kapseln).

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Mariendistel für die Leber: Zur unterstützenden Behandlung bei Leberbeschwerden, zur Regeneration und Verbesserung der Leberfunktion

Auch Tees aus Mariendistelfrüchten werden gelegentlich eingenommen. Aufgrund des faden und öligen Geschmacks werden Teezubereitungen aus Mariendistelfrüchten häufig mit anderen Pflanzen, beispielsweise Fenchel, kombiniert. Da Silymarin aber schlecht wasserlöslich ist, sind Teepräparate nicht zur Anwendung bei Leberbeschwerden geeignet. Sie können jedoch zur Linderung von leichten Verdauungsbeschwerden verwendet werden.

In der Homöopathie wird die Mariendistel ebenfalls für den Wirkungsbereich Leber und Galle eingesetzt. Hier werden meistens Potenzierungen von D1 bis D6 verwendet, um die Selbstheilungskräfte bei Leberleiden anzuregen.

Mariendistelprodukte werden insgesamt sehr gut vertragen und sind praktisch nebenwirkungsfrei, selbst in hohen Dosierungen.

Zu beachten: Die Mariendistel ist ein Korbblütler und darf daher bei Korbblütler-Allergie nicht angewendet werden.

 

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1 Pflanzliches Arzneimittel bei Leberbeschwerden.
Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker. Die Arzneimitteltherapie ersetzt nicht die Vermeidung der die Leber schädigenden Ursachen (z.B. Alkohol).
2 Traditionelles pflanzliches Arzneimittel
Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker. Die Anwendung dieses traditionellen pflanzlichen Arzneimittels in den genannten Anwendungsgebieten beruht ausschließlich auf langjähriger Verwendung.
3 Über Wirkung und mögliche unerwünschte Wirkungen informieren Gebrauchsinformation, Arzt oder Apotheker.

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