Selbstreflexion am Weltdiabetestag

Seit 1991 gilt der 14. November als „Weltdiabetestag“. An diesem Tag sorgt die WHO mit Hilfe von Partnerorganisationen dafür, dass alle Welt die Augen auf eine Krankheit wirft, die immer mehr Menschen weltweit betrifft. Wir nutzen den Tag, um Diabetes und andere sogenannte „Zivilisationskrankheiten“ unter die Lupe zu nehmen: Woher kommen sie, warum gibt es sie? Und was lässt sich gegen sie tun?

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Die Definition einer Zivilisationskrankheit besagt, dass sie häufiger in Industrieländern auftritt als in Ländern der Dritten Welt und dass das Erkrankungsrisiko vom Lebensstil abhängig ist. Diabetes mellitus gilt als Paradebeispiel einer Zivilisationskrankheit. Mehr als 90% der Erkrankten leiden an Typ-2-Diabetes, welche in vielen Fällen eine Begleiterscheinung zu Übergewicht und Fettleibigkeit ist. Durch langjährige falsche Ernährung verliert der Körper die Fähigkeit, Zucker richtig zu verarbeiten. Ein ständiger Zuckerüberschuss im Blut entsteht. Insulin muss dem Körper zugeführt werden, um den Blutzucker zu senken. Nur selten bleibt es bloß bei dieser Symptomatik: Zahlreiche Folgeerkrankungen wie Nerven-, Herz-Kreislauf- oder Gefäßschäden sind möglich. Die Wahrscheinlichkeit, an einer oder mehreren Folgeerkrankungen zu leiden, erhöht sich, wenn die Zuckerkrankheit erst spät erkannt wird – unglücklicherweise wird Typ-2-Diabetes generell recht spät erkannt.

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Süßigkeiten sehen ja ansprechend aus, doch zu viel Süßes kann dauerhaft krank machen.

Diabetes: Wohlstandskrankheit am Vormarsch

Diabetes ist eine typische Wohlstandskrankheit. In unserer Gesellschaft stehen uns tagtäglich rund um die Uhr jegliche Lebensmittel zur Verfügung. Besonders beliebt sind zuckerhaltige Nahrungsmittel und Getränke – sie schmecken einfach gut. Wir essen sie aus den verschiedensten Gründen: als Snack für zwischendurch, als Belohnung oder aus Langeweile, weil wir keine Zeit oder Lust haben, uns selbst etwas zu kochen – die Liste ist lang. Jenes Verhalten ist aber auch dafür verantwortlich, dass andere Zivilisationskrankheiten (wie Herz- und Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck, Karies und Darmkrebs) sich dermaßen etablieren konnten.

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Rauchen ist bei vielen Menschen beliebt – egal aus welcher Gesellschaftsschicht oder Altersklasse.

Aufmerksamkeit auf Wohlstandserkrankungen

Für viele Menschen sind Zigaretten aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Es gibt lediglich eine Altersgrenze, die uns (zumindest theoretisch) davon abhält, in den Laden um die Ecke zu gehen und uns eine Schachtel Glimmstängel zu besorgen. Mitunter als Folge dieses einfachen Zugangs zu Zigaretten ist die Anzahl an Lungenkrebserkrankungen drastisch angestiegen. Doch auch Stress kann eine Zivilisationskrankheit auslösen: Er manifestiert sich dann beispielsweise als Hauterkrankung (z.B. Neurodermitis), Essstörung oder psychische Erkrankung (z.B. Depression).

Nutzen wir den Weltdiabetestag am 14. November also auch als Tag, um unsere Aufmerksamkeit auf Wohlstandskrankheiten richten. Denken wir an diesem Tag über unsere eigene Lebensweise nach und überlegen, was diese mit uns anstellt.

Ist meine Ernährungsweise gut für mich?
Wann habe ich das letzte Mal Sport getrieben?
Plane ich genügend Erholungsphasen ein, um den stressigen Alltag auszugleichen?
Wann habe ich mir zuletzt etwas Gutes getan?

Wer sich nicht mit Krankheiten herumschlagen möchte, sollte daher tunlichst die Risikofaktoren vermeiden und sowohl Körper als auch Geist gut behandeln.

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